Unter uns (Mamitipps)

Als wir die Liebe unseres Lebens kennen lernten

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Am 10. Juni 2015 lernten mein Mann und ich die Liebe unseres Lebens kennen und auf einmal war alles anders. Das war der Tag, an dem unsere Tochter Lia-Sophie geboren wurde. Ich hatte immer ein wenig Angst vor der Geburt, dass ich Schmerzen haben könnte, die ich mir nicht ausmalen möchte und die ich nicht aushalte. Als es dann soweit war, war mein einziger Wunsch, dass unsere Tochter gesund zur Welt kommt. Ich hörte einen Schrei, spürte mein Herz rasen und fühlte Erleichterung. Sie war endlich da. Diese kleinen Hände, die großen, fragenden Augen und der kleine, erschöpfte, warme Körper, der auf meiner Brust lag und alles war, was ich in meinem Leben je wollte. Ich fühlte, was ich vorher noch nie fühlen durfte: Eine unbeschreibliche und bedingungslose Liebe, aber auch eine unvorstellbare Angst, diesem kleinen Wesen als Mutter und Beschützerin nicht gerecht werden zu können. Ich blickte in ihre Augen und mir liefen hunderte ausgedachte Szenerien durch den Kopf. Ich sah Lia, wie sie auf einer Schaukel sitzt und „Mama“ ruft, ihre ersten Schritte macht und mit ihrer Schultüte stolz vor einer Schule steht. Ich konnte es kaum erwarten, dass meine Vorstellungen Realität werden würden.

Jeder erzählt einem immer von dem einen Moment, der das Leben verändert,  und ja: es verändert sich alles. Von heute auf morgen rutschte mein Mann auf meiner „Liebesliste“ einen Platz nach unten und Lia war mehr als nur präsent auf Platz 1. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Mann weniger liebe, die Geburt unserer Tochter hat unsere Liebe auf eine ganz neue Ebene gehoben. Ich liebe ihn alleine schon dafür, dass er mir unsere Tochter geschenkt hat jeden Tag ein Stück mehr.

Aber ich habe an diesem Tag begonnen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Man muss seine neue Rolle erst begreifen. Ich habe die Chance, das größte Glück dieser Welt zu erleben, aber auch die Aufgabe, dieses Glück zu beschützen und Lia durch ihr Leben zu führen und sie zu begleiten. Ich war immer ein sehr offener und neugieriger Mensch, der nicht ängstlich ist, aber nach Lias Geburt musste ich mich und meine neue Welt erst erkunden. Mein Körper war auf einmal nur auf ihre Bedürfnisse programmiert. Diese neue Welt  war wie in Watte gepackt, aber auch angsteinflößend. Allein schon die Straße vor dem Krankenhaus war auf einmal eine Bedrohung – nicht für mich, sondern für mein Baby. Sie war laut, unberechenbar und gefährlich, so schien es mir auf einmal. Ich stand zwar nicht mal annähernd am Bordstein mit meiner Babyschale auf dem Arm, aber mir genügte schon der Anblick dieses Monsters.

Dann kamen auf einmal die Fragen und Zweifel. Wie kann ich dieses kleine zarte Wesen vor allem, was auf es zukommt beschützen? Wie kann ich dieser Aufgabe gerecht werden? Mir wurde nach einer Zeit klar, dass keine Mutter perfekt sein und dass man seine Kinder nicht vor allem beschützen kann. Es ist nur wichtig, täglich das Beste zu geben, um seinem Kind eine schöne Kindheit zu schenken und ihm die Werte mit auf den Weg zu geben, die einem selbst wichtig erscheinen.

 

 

8 Kommentare zu „Als wir die Liebe unseres Lebens kennen lernten

    1. Hallo Anja, als wir uns damals kennen lernten stand ich kurz vor dieser weitreichenden und wunderbaren Erfahrung Mama zu werden und damit auch vor dem Gefühl zu erkennen das ich das Wort „Liebe“neu definieren muss. 😊
      Nun ist der kleine Mann schon ein Schulkind und demnächst wird er großer Bruder. Wenn ich deinen wunderschönen Artikel zum Thema Mutterliebe (und Ängste) lese laufen bei mir die Tränen vor Rührung und das liegt bestimmt nicht nur an den Hormonen 😉
      Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie eine wunderschöne Zeit und hoffe sehr für dich und deine Follower das du auch weiterhin deine Gedanken und Gefühle so erfassen kannst!!!! 😘

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      1. Wow, was für wunderschöne Worte! Dankeschön für dein Lob und danke das es dir wichtig war mir das zu sagen. Ich wünsche dir nur das Beste für euch 4 und eine wundervolle Zeit! Fühl dich gedrückt.

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