Unter uns (Mamitipps)

Stilldemenz

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„Ich habe Stilldemenz!“ Oh ja, das war meine Lieblingserklärung, als Lia geboren wurde, denn ich habe gefühlt jeden zweiten Satz, der mir gesagt wurde nach ein paar Sekunden wieder vergessen. Es war, als ob mein Körper sich immer, wenn ich mich auf ein Gespräch konzentrieren wollte, dachte: „Nur Lia ist wichtig, hat sie eigentlich schon eine frische Windel? Willst du dich wirklich lieber weiter unterhalten, anstatt dich um dein Kind zu kümmern?“

Ich kann mich noch sehr genau an den ersten Tag nach der Geburt erinnern. Ich saß auf meinem Krankenhausbett mit Lia im Arm und eine Krankenschwester kam zu mir, um mir den weiteren Ablauf zu erklären. „Guten Morgen, haben Sie gut geschlafen? Ich wollte Ihnen nur kurz erklären, welche Untersuchungen wir machen und wann Sie entlassen werden. Wichtig ist, dass Sie……“ Mein Gehirn dachte in diesem Moment wohl, es sei nun nicht mehr wichtig zuzuhören und schaltete total ab… „…haben Sie noch Fragen?“– Ups, ich hatte keine Ahnung, was mir die Dame in den letzen Minuten erzählt hatte und fragte vorsichtig nach, ob sie es mir noch einmal sagen könne. „Achja, manche Mütter haben nach der Geburt so eine Art Stilldemenz“, sagte sie lachend, „also nochmal, Sie müssen morgen früh…..“Oh nein schon wieder, wie erkläre ich ihr nur, dass ich das nicht mit Absicht mache. Beschämt lächelte ich sie an, als sie mit ihrem Satz fertig war. Sie grinste mich liebevoll an und sagte nur: „Sie gehören denke ich auch dazu. Ich werde ihrem Mann nachher nochmal alles erklären.“Gott, war ich froh, dass die liebe Krankenschwester  Verständnis hatte und ich anscheinend nicht die einzige war, die nach einer Geburt erst einmal wieder alle Gehirnzellen zusammensammeln muss. Aber was passiert denn da eigentlich im Körper wenn man „seinen Kopf verliert“?

Die Ursache ist weniger das Stillen, sondern eher der Schlafmangel, deshalb sind auch Fläschchenmamis nicht davor gefeit. Der Körper muss sich erstmal auf die neue Situation einstellen und an erster Stelle stehen die Bedürfnisse des Kindes. Dazu kommt, dass Hormone wie Oxytocin und Prolactin in der Stillzeit erhöht ausgeschüttet werden und für einen Tunnelblick sorgen. Der Schlafmangel gibt den Gedächtniszellen dann den Rest. Der Körper versucht sich zu sammeln und sortiert dabei ihm unwichtig erscheinendes aus.

Tipps:

  • Klebezettel mit Erinnerungen schreiben
  • Viel trinken und versuchen sich hinzulegen, wann immer das Baby schläft
  • Da viele vergessen, welche Brust beim Stillen gerade dran ist, einfach einen Haargummi um den BH-Träger binden (z. B. die Brust, die gerade leer getrunken wurde markieren).

2 Kommentare zu „Stilldemenz

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