Unter uns (Mamitipps)

Wer bin ich eigentlich? Erst ist man die Schwangere, dann die Mama. Meine Selbstfindung nach der Schwangerschaft

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Auf meiner ersten Party nach Lias Geburt wurde ich so empfangen: „Wuhu, da ist ja die Mutti!“ Ich wollte mich umdrehen und gehen. Man geht endlich wieder aus, fühlt sich ein bisschen wie früher, möchte die Nacht durchtanzen und dann ZACK STEMPEL AUFS HIRN: DIE MUTTI!

Ich bin doch noch ich, ich bin schön, ich mag mich ohne Babybauch, ich habe endlich meinen Körper zurück und will auch so wahrgenommen werden. Ich kann auch immer noch sexy und frei sein ohne Babyspucke und „Häschen in der Grube-Lieder“, aber nur für ein paar Stunden und in diesen paar Stunden will ich solche Sätze nicht hören!
Keiner meint diesen Satz böse, das weiß ich, aber viele wissen nicht, was dieser Satz in mir bewirkt. Ich bin ja auch eine Mama und das bin ich gewollt und unfassbar gerne, aber manchmal will ich auch ich sein dürfen. Die Anja, die am Rathausplatz sitzt, einen Kaffee trinkt und sich über die neuen Modekollektionen unterhält. Mit Single-Freunden quatschen, die keine Mamas sind und mir das Gefühl geben, dass ich noch voll dabei bin, trotz Mamasein und dem ein oder anderen Babygespräch. Ich erzähle gerne von Lia und was sie alles tolles kann. Babygespräche sind toll, denn sie sind auch ein Teil meines Lebens, nein sie sind mein Leben.
Ich habe jetzt knapp 2 Jahre damit verbracht, mich selbst wieder zu finden. Ich war nicht unglücklich oder verloren, aber ich war auch nicht so gefestigt wie früher.
Haare färben, Piercing stechen lassen und 10 kg abnehmen (Gewichtszunahme in SS 23kg) haben mich wieder näher zu mir selbst gebracht und nebenbei durfte ich dem wundervollsten Menschen, dem mein Körper und ich das Leben geschenkt haben zusehen, wie er sich entwickelt und eine eigene Persönlichkeit wird.
Ab 21 Uhr bin ich mal ich, Kind im Bett, Wohnung sauber, „Hallo Leben“ mit meinem Ehemann, einfach mal zu zweit sein und sich darüber freuen ist genauso wichtig, wie einfach mal alleine sein.

Also wer bin ich nun? Ich bin Mama und das nur allzu gerne, ich bin aber auch ich und ich denke ich spreche für viele Mamas, wenn ich das sage!

Lieb dich selbst und dann gib diese Liebe weiter als Mama, Frau, Ehefrau und was wir noch alles sein wollen, sei einfach du selbst und steh dazu!

Ausgezeichnet mit dem Blogger Lieblingslink des Monats April 2017.

#BloggerLieblingslink

9 Kommentare zu „Wer bin ich eigentlich? Erst ist man die Schwangere, dann die Mama. Meine Selbstfindung nach der Schwangerschaft

  1. Das ist so ein schöner Text du sprichst mir aus der Seele. Ich werde auch oft nur als Mama wahrgenommen. Selbstfindung heisst das Zauberwort aber das ist nicht immer einfach. Ich schreibe auch über das Thema Besuch mich dochmal LG Mission Mom

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  2. Liebe Mamis, ich möchte jetzt einfach mal gerne ein paar Worte an die Mamis schreiben die denken, dass ihr Leben mit einem oder zwei gesunden Kindern so schwierig und kompliziert ist. Ich bin mir manchmal nicht ganz sicher, ob Ihr Euer zufälliges Geschenk mit gesunden Kindern eigentlich würdigt. Ja klar bringt ein Kind einiges durcheinander. Was habt Ihr denn erwartet? Dass alles bleibt wie vorher???? Ich habe vor 25 Jahren als junge und gesunde Frau ein Kind mit einer schweren Behinderung auf die Welt gebracht. Kein Mensch hat mich darauf vorbereitet. Ich bin auch heute noch für meinen Sohn verantwortlich. Bitte hört Euer jammern auf und seit glücklich, wenn es das Schicksal gut mit Euch gemeint hat. Ihr glaubt gar nicht, wieviel behinderte Kinder jeden Tag auf die Welt kommen….. und die Eltern haben dann wirklich Sorgen und Probleme, die Ihr Euch vielleicht gar nicht vorstellen könnt. Ein gesundes Kind ist nicht selbstverständlich. Denkt einfach mal darüber nach!

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    1. Danke für dein Kommentar! Dieser Artikel soll lediglich Selbstliebe darstellen und keines Falls das Glück untergraben, welches wir durch unsere Kinder haben . Sie sind unser größtes Geschenk, egal wie „schwierig“ es ist und dieser Text stellt auch nicht dar, wie anstrengend Kinder sind,sondern wer ich persönlich bin nach meiner Schwangerschaft. Jeder hat die Phase im Leben, in der er sich selbst finden möchte und diese ist meine. Hut ab vor jeder wahnsinns Frau, wie du es bist ! So ein starker Charakter, ein lieber Mensch und hilfsbereit ohne Ende,manche Menschen müssen erst wachsen um dahin zu kommen, wo du stehst. Fühl dich gedrückt, ich wünsche dir weiterhin viel Kraft!

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  3. Vielen Dank für deine Überlegungen! Ich denke auch, dass die Selbstfindung ein wichtiger, lebenslanger Prozess ist. Mit der Geburt eines Kindes kommt eine weitere Rolle zu der ganzen bestehenden Vielfalt hinzu. Und dennoch ist man nicht „nur“ Mutter, man ist nicht „nur“ Hausfrau, man ist nicht „nur“ Bloggerin, man ist nicht „nur“ Berufstätige usw., sondern wir bekleiden immer verschiedene Rollen – in den einzelnen Lebensphasen eine manchmal etwas mehr als die anderen.
    Und bei all dem bleibt die zentrale Frage: Wer will ich denn sein!

    Liebe Grüße
    Veronika

    Gefällt 2 Personen

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