Unter uns (Mamitipps)

Babys mit Regulationsstörung

regulationsstörungen

Mein Kind weint und schreit und ist einfach nicht ruhig zu bekommen.

Warum weint es? Hat es Schmerzen? Was könnte ihm weh tun?

 

Fragen über Fragen häufen sich im Kopf einer Mama, wenn das Kleine nicht mehr aufhört zu weinen und man keinen ersichtlichen Grund dafür feststellen kann.  Kein Schlafentzug ist so schlimm wie das unaufhörliche Weinen eines Babys. Babys drücken sich mit ihrer Stimme aus, denn das ist anfänglich das einzige was sie kennen und können. Ein Baby schreit, wenn ihm plötzlich kalt ist, ein Baby schreit aber auch wenn es Schmerzen hat. Es ist schwierig dies zu unterscheiden. Hormone sorgen dafür, dass man ins Schwitzen gerät und nervös wird. Die Urinstinkte in uns, drängen uns dazu, dem Kind zu helfen und das Schreien zu unterbinden.

Doch was tun, wenn das Kind gefüttert, die Windel gewechselt und es scheinbar auch nicht müde ist. Die meist gegebene Antwort in den ersten drei Lebensmonaten war immer: „Das sind sicher die Dreimonatskoliken.“ Ja und auch ich habe mich an diesem Wort festgehalten, denn man kann nicht immer herausfinden was die Kleinen wirklich haben. Natürlich werden sie zwischendurch Wachstumsschmerzen haben, denn so schnell wie die Kleinen innerhalb eines Jahres wachsen, wächst der Körper nie wieder. Mit Sicherheit haben sie zwischendurch, wie wir auch, Bauchschmerzen und andere körperliche Beschwerden. Irgendwann pendelt sich dass alles ein, die Schreiphasen werden kürzer und man lernt sein Kind kennen und lesen.

 

Doch wohl nicht bei allen Kindern.

 

„Schreibabys“, „Dreimonatskoliken“ und  „High Need“ sind die häufigsten Begriffe die Eltern bei Google finden, wenn sie hilfesuchend die Begriffe „ Schreit viel, weint nur, schläft kaum, will nur getragen werden“ eingeben.

 

Doch was hat es mit den Kindern auf sich, die einfach viel mehr Aufmerksamkeit und Liebe benötigen als es wohl andere Kinder brauchen?

 

Regulationsstörungen

Von Regulationsstörungen oder auch Anpassungsstörungen neudeutsch auch „High Need“ spricht man dann, wenn Kinder mehr Hilfe bei der Zurechtfindung in unserer Welt benötigen, als andere. Der Begriff „High Need“ stammt von Dr. William Sears, er kennt sich im Bereich „Attachmend Parenting“ (Bindungserziehung) sehr gut aus und hatte selbst ein Kind mit Anpassungsstörungen. Er sagt: „ High Need-Babys brauchen sehr viel. Außer Schlaf“. Nähere Informationen über Dr. Sears Arbeit hat Eltern.de hier zusammengefasst

Wie äußert sich das?

Die medizinische Einstufung nach ICD-10 für Regulationsstörungen, psychischen und psychosomatischen Störungen listest unter anderem folgendes auf:

– Fütterstörungen

–Verhaltens- oder emotionale Störung

–Schlafstörung

– Psychogene Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus

– Anpassungsstörungen

– akute Belastungsreaktion

– Psychologische Faktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen

– Emotionale Störung mit Trennungsangst

– Reaktive Bindungsstörung

 

Schön ist es, wenn man dem ganzen einen Überbegriff geben kann, jedoch sollte dies vorsichtig ausgesprochen werden und man sollte weiterhin auf die einzelnen Bedürfnisse des Kindes achten und nicht mit einem Wort alle Verhaltensmuster begründen. Sprecht mit andern Familien über deren Erfahrungen um euch selbst durch die Gespräche zu stärken.

Was kann ich tun?

Bist du der Meinung ein Kind mit Regulationsstörungen zu haben und suchst Hilfe und Austausch mit anderen Müttern? Am 20.06.2017 kommt mein Artikel über eine tolle Selbsthilfegruppe in Augsburg online, die dir hoffentlich helfen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Margarete Berger/Elfi Freiberger/Barbara von Kalckreuth/Maria Knott/
Christiane Wiesler/Eberhard Windaus (Redaktion) Leitlinien Regulationsstörungen, psychische
und psychosomatische Störungen im Säuglings- und früchen Kleinkindalter
https://www.askdrsears.com/topics/health-concerns/fussy-baby/high-need-baby/12-features-high-need-baby?doing_wp_cron=1484212433.8329119682312011718750

4 Kommentare zu „Babys mit Regulationsstörung

  1. Danke dir für den ausführlichen Bericht. Auch wir haben ein „High Need Baby“, was mich durch Schlafentzug und viel Nähe oft an den Rand des Wahnsinns treibt. Ich brauche viel Support durch Freunde und Familie, damit ich diese anstrengende Phase überstehe. Mein Mann versucht mich am Wochenende so gut es geht zu entlassen, damit ich zumindest ein wenig Schlaf nachholen kann…

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    1. Ich kann mir nur vorstellen wie es ist…aber finde es ganz toll,das man sich in solchen Gruppen austauschen kann und nicht alleine fühlt . Liebe Grüsse und alles Liebe für Euch!

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