Unter uns (Mamitipps)

Verhütung nach der Geburt- Stillen kann eine Verhütung sein, aber…

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Verhütung nach der Geburt ist ein ganz eigenes Kapitel. Durch die Hormonumstellung und die Veränderungen am Körper muss sich der Zyklus erst wieder neu einstellen. Viele Frauen sind leider immer noch davon überzeug, dass man nach der Schwangerschaft (solange man die Periode nicht bekommt) nicht fruchtbar ist. Hier möchte ich euch mit Cassandra Hayden (Beraterin und Sexualpädagogin  bei pro familia Augsburg e.V.) über verschiedene Verhütungsmethoden und deren Vor- und Nachteile aufklären.
Wichtig ist, bei der Wahl des Verhütungsmittels darauf zu achten, ob die Mutter stillt oder nicht. Wenn gestillt wird können gestagenhaltige hormonelle Methoden wie z. B. die Minipille, das Hormonstäbchen oder Hormonspirale gewählt werden. Pille, Pflaster oder Ring sind eher nicht zu empfehlen. Sie verändern die Muttermilch und belasten den Hormonhaushalt des Babys. Stillt eine Frau nicht, kann jede beliebige Verhütungsmethode gewählt werden. Hormonelle Methoden sollten erst 3-6 Wochen nach der Geburt wegen erhöhtem Thromboserisiko in Betracht gezogen werden.

 

  • Stillen

Stillen kann in den ersten 10 Wochen (Kind nicht älter als 6 Monate) nach der Geburt eine Verhütungsmethode sein, wenn man seinen Körper sehr gut kennt und bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

 Alle 4 Voraussetzungen müssen gegeben sein!

  1. Keine Stillpause die länger ist als 4 Stunden tagsüber und 6 Stunden nachts
  2. Mindestens 6 Mal stillen innerhalb von 24 Stunden (insgesamt mehr als 80min. Gesamt am Tag)
  3. Kein Zufüttern zum Stillen
  4. Keine Regelblutung

 

  • Fruchtbarkeitswahrnehmung

Die Frau erkennt selbst durch Zervixschleimkontrolle, Temperaturmessung und Auswertung durch ein Kurvenblatt, wann sie fruchtbar ist.

Kosten: Keine, außer Dokumentation.

Vorteil: Es ist sehr günstig, muss aber auch sehr bedacht und regelmäßig durchgeführt werden.

Nachteil: Sehr genaue Dokumentation und Wahrnehmung des eigenen Körpers notwendig. Bei unregelmäßigen Zyklen, kann die Verhütungsdauer länger sein. 

  • Die Kupferspirale

Die Spirale kann frühestens 3 Monate nach der Geburt angewendet werden, da sich die Gebärmutter erst zurückbilden muss. Sie gibt Kupfer-Ionen ab und hemmt damit die Beweglichkeit der Spermien, dass verhindert eine Einnistung. Die Spirale wird vom Frauenarzt eingesetzt und kann 3- 10 Jahre im Körper verbleiben.

Kosten: Zwischen 120-300€

Vorteil: Langfristige Verhütung

Nachteil: Kann den Periodenschmerz verschlimmern, Kleiner Eingriff nötig. Falls Patient trotz Spirale schwanger wird, kann bei der Entfernung der Spirale eine Behinderung oder Abgang des Kindes hervorgerufen werden.

  • Kondom

Das Kondom ist das meist verbreitetste Verhütungsmittel. Es ist günstig und kann immer mit sich getragen werden. Es Schützt den Mann, wie auch die Frau vor Geschlechtserkrankungen und ungewollter Schwangerschaft.

Kosten: Je nach Marke und Packungsgröße 0.30€-1.50€

Vorteil: Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Nachteil: Wird oft als „Gefühlskiller“ und störend empfunden

  • Diaphragma

Das Diaphragma kann frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt angewendet werden, da sich die Gebärmutter erst zurückbilden muss. Die Silikonkappe wird vor dem Sex vor den Muttermund geschoben und kann danach weitere 8 Stunden dort verbleiben. Sie muss in Verbindung mit Verhütungsgel verwendet werden. Das Diaphragma muss von einem Frauenarzt angepasst werden um Sicherheit zu garantieren.

Kosten: ca. 40€

Vorteil: Nicht spürbar für den Mann

Nachteil: Anpassung notwendig, muss immer vor Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und in Kombination mit Verhütungsgeel

  • Stäbchen

Das Stäbchen besteht aus Kunststoff und wird im Oberarm unter die Haut implantiert. Es gibt permanent Gestagen ab, welches über die Haut aufgenommen wird und kann bis zu 3 Jahre im Körper verbleiben.

Kosten:  ca. 350€

Vorteil: Langfristige Verhütung

Nachteil: Kleiner Eingriff nötig, häufige Zwischenblutungen möglich

  • Die Minipille

->Es gibt auch eine Stillpille (Informiere dich bei deinen Gynäkologen)

Die Minipille wird täglich oral eingenommen und kann bei Vergessen, bis zu 12 Stunden danach noch verabreicht werden. Die Pille wird durchgängig 28 Tage eingenommen. Die Hormone in der Pille sorgen für eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut und verhindern somit das Einnisten der Sperminen.

Kosten:  Dreierpack ca. 30€

Vorteil: Geringe Nebenwirkungen, während des Stillens einnehmbar

Nachteil: Tägliche Einnahme, kaum Wirkung bei Erbrechen oder Durchfall, Zyklusveränderungen

  • Die Pille danach

Die Pille danach ist ein frei verkäufliches Medikament und kann spätestens 72 Stunden (Präparat mit Wirkstoff Levonorgestrel) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je früher die Pille danach eingenommen wird, desto sicherer ist ihre Wirkung.

Kosten: Sie kostest ca. 17-35€

Vorteil: Sie kann auch in der Stillzeit eingenommen werden, wenn direkt vor der Einnahme und frühestens 8 Stunden danach gestillt wurde.

Nachteil: Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Erbrechen und Bauchschmerzen können die Folge sein

 

Hast du noch Fragen oder möchtest dich persönlich beraten lassen?
 
Wende dich an  pro familia Augsburg e.V. oder besuche einen der vielen Vorträge (ab Oktober 2017 neues Programm) bei pro familia Augsburg e.V. über Verhütung (Veranstaltungshinweise ebenfalls auf www.suessfroschclub.de)
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Pro familia ist eine Beratungsstelle, die Familien in verschiedenen Situationen hilft:

pro familia Augsburg e.V.

Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen,

Ehe- Paar- und Familienberatung, Kinderwunsch, Konfliktberatung

pro familia Augsburg e.V.

Hermanstraße 1

Telefon: 0821 4503620
Fax: 0821 45036210
Mail: augsburg[at]profamilia.de

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