Kunterbuntes Augsburg

Schatten & Licht e. V. Augsburg im Interview zu peripartalen psychischen Erkrankungen

In meinem Artikel „Postnatale Depressionen/Babyblues-zwei betroffene Mamas im Interview“ habe ich ein bisschen auf das Thema „postpartale psychischen Erkrankungen“ aufmerksam gemacht und möchte heute im Anschluss eine Selbsthilfe-Organisation aus Augsburg vorstellen. Schatten & Licht e. V. bietet Beratung, Selbsthilfegruppen und hat ein Internetforum in dem sich Betroffene austauschen können.
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Ich möchte euch Sabine Surholt im Interview vorstellen, sie ist 1. Vorsitzende von Schatten & Licht e.V. und gewährt uns Einblicke in ihre Arbeit:
Was genau macht „Schatten & Licht e. V.“?

„Schatten & Licht – Initiative peripartale psychische Erkrankungen“ wurde 1996 als bundesweiter, gemeinnütziger Verein von betroffenen Frauen als Selbsthilfe-Organisation zum Problemfeld der peripartalen psychischen Erkrankungen gegründet und ist dem weltweiten Selbsthilfe-Netzwerk „Postpartum Support International“ und der „Marcé-Gesellschaft für peripartale psychische Erkrankungen bei Frauen“ angeschlossen.

Ziel des Vereins ist, betroffenen Müttern und ihren Familien zu helfen und die wissenschaftliche Forschung zu unterstützen.

Der Verein verteilt Flyer, Broschüren und Plakate, hat ein bundesweites Selbsthilfegruppen- und Beraterinnennetz aufgebaut, führt Fachleutelisten, stellt Informationen zu Mutter-Kind-Einrichtungen, Literatur, Präventionsmaßnahmen usw. zusammen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit mittels Vorträgen, Fortbildungen und Medien.

Die dreisprachige Website http://www.schatten-und-licht.de vermittelt zahlreiche Informationen zu Krankheitsbildern, Ursachen, Hilfsangeboten, Medikamenten, Therapieformen, Prophylaxe, Selbsthilfegruppen- und Fachleutelisten. Erfahrungsberichte und Forum runden das Angebot ab. 

Wie war ihr persönlicher erster Kontakt mit dem Thema „postpartale psychischen Erkrankungen“?

Nach der Entbindung von meinem ersten Kind 1992 hatte ich zwei Notoperationen und bin durch die damit verbundenen Todesängste selber in eine postpartale Depression geraten, auch wenn ich damals den Begriff noch nicht kannte. Erst durch eine Talkshow erfuhr ich 1994 von dem Fachbegriff und dass in Deutschland das Thema stark vernachlässigt und tabuisiert wird, woraufhin ich eine Selbsthilfegruppe in Augsburg und 1996 den bundesweiten Verein mitbegründet habe.

Wer stellt eine solche Diagnose?

Leider noch viel zu wenige Fachleute. Diese werden in ihrer Facharztausbildung zum Gynäkologen oder Psychiater mit dem Thema nicht vertraut gemacht und können es daher oft nicht diagnostizieren. Vielfach sind es die Hebammen, die die psychische Veränderung der Mutter feststellen und letztere dann an unseren Verein verweisen.

Wie kann man die postpartale Depression bei Müttern feststellen?

Anzeichen sind über die üblichen Depressionsmerkmale (Erschöpfung, Traurigkeit, Leeregefühl, Desinteresse, psychosomatische Beschwerden) hinaus vor allem Schuld- und Versagensgefühle, die sich auf die Rolle als Mutter beziehen. Sehr gut wären diese Symptome mit dem in Großbritannien flächendeckend angewandten Screening des EPDS-Fragebogens (s. http://www.schatten-und-licht.de) aufzuspüren. Unser Verein setzte sich sehr dafür ein, dass dieser Fragebogen auch in Deutschland bei jeder Mutter eingesetzt wird, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und der Mutter damit schneller helfen zu können.

Wie kann Betroffenen geholfen werden?

Die betroffenen Mütter können sich zunächst mit einer unserer Beraterinnen in Verbindung setzen, die selber einmal betroffen waren, daher großes Verständnis haben und gerne weiterhelfen. Neben den kostenfreien Beratungsgesprächen und Selbsthilfegruppentreffen leiten wir dann die Mütter an professionelle Hilfsstellen weiter. Je nach Schwere der Erkrankung können das psychosoziale Beratungsstellen, Psychiater, Diplom-Psychologen und andere Therapeuten sein. Vielfältig wie die Erscheinungsformen der postpartalen psychischen Erkrankungen sind auch die Therapiemöglichkeiten. Von homöopathischer, pflanzlicher oder psychopharmakologischen Behandlungen auf der einen zu Beratungsgesprächen und Psychotherapien auf der anderen Seite. Bei Suizidgedanken gibt es auch einige spezielle Mutter-Kind-Einheiten an psychiatrischen Kliniken.

Schatten & Licht e. V.

Obere Weinbergstr. 3

86465 Welden

Tel.: 08293/965864

Fax: 08293/965868

Email: info@schatten-und-licht.de

 

Schatten & Licht im Internet

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